Der Logistiker Stöhr will noch Nachhaltiger werden

Wenn es um den Klimaschutz geht, möchte die Firma Stöhr Logistik mit Sitz in Rottenacker Vorreiter sein. Das Unternehmen hat deshalb jetzt seine Fahrzeugflotte erweitert.

Zum einen kommen ab sofort zwei gasbetriebene Lastwagen zum Einsatz. Die sollen dafür sorgen, dass der Ausstoß von Emissionen verringert wird. Zum anderen wartet die Firma aktuell auf die Lieferung eines Lang-LKW, der dann auch zeitnah zum Einsatz kommen soll. Auch mit diesem Fahrzeug will Stöhr Logistik nachhaltiger werden.

"Klimaschutz ist schon lange ein Thema bei uns“, sagt Geschäftsführer Erwin Stöhr. Mit den neusten Anschaffungen soll die Nachhaltigkeit im Haus nun einen großen Schub bekommen. Neben den neuen LKW-Modellen rüstet Stöhr dabei auch seine bereits vorhandene PV-Anlage in Rottenacker auf, die damit eine Leistung von 1000 kWp hat. So kann laut Stöhr mehr als die Hälfte des Stroms, den die Firma benötigt, selbst erzeugt werden.

An den Start gegangen sind jetzt auch zwei mit Liquified Natural Gas (LNG), auf Deutsch auch verflüssigtes Erdgas genannt betriebene Lastwagen. LNG bietet laut Stöhr gegenüber herkömmlichem Erdgas den Vorteil, dass durch die hohe Energiedichte des verflüssigten Erdgases auch große Motoren mit der für sie notwendigen Energie auf Langstrecken versorgt werden und trotzdem weniger Emissionen ausstoßen. Der LNG-Antrieb sei aktuell die einzige technisch und wirtschaftlich sinnvolle Antriebsalternative, mit der sofort CO2 eingespart und Verkehrslärm gesenkt werden kann. „In den kommenden fünf Jahren wird sich hier noch viel tun. Dann wird es sicherlich mit Wasserstoff betriebene LKW geben oder Elektromodelle“, sagt Erwin Stöhr. Deshalb wolle die Firma in den kommenden Monaten zunächst Erfahrungen mit den LNG-betriebenen Lastwagen sammeln und weitere nachbestellen. Von Diesel auf Gas, das sei eben jetzt der notwendige erste Schritt in Richtung Zukunft. Doch die klimafreundlichere Alternative bringt auch Nachteile. „Das Tanknetz ist noch nicht so gut, was Gas angeht“, so Erwin Stöhr.

Nachhaltiger soll die Arbeit auch mit dem neuen Lang-LKW bei Stöhr Logistik werden. „Damit können wir mehr Ware auf einmal transportieren, denn der Laster ist 1,30 Meter länger als sonst. Und gleichzeitig sparen wir Fahrten ein“, erläutert der Geschäftsführer. Schadstoffe könnten so ebenfalls minimiert werden. Insgesamt hat sich bei dem Rottenacker Unternehmen, das auch mit einem Sitz in Ingoldingen vertreten ist, also viel getan in den vergangenen Wochen, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. „Wir wollen neue Techniken testen, aufgrund unserer Größe haben wir dazu auch die Möglichkeit“, erklärt Erwin Stöhr. Auch die Kunden fordern ihm zufolge nachhaltigere Lösungen, man wolle deshalb Vorreiter sein.

Bei all den Investitionen in die Zukunft, scheint da Corona mit seinen Auswirkungen überhaupt ein Thema in der Logistikbranche zu sein? Natürlich trifft die Pandemie auch die Firma Stöhr mit ihren aktuell 350 Mitarbeitern, so der Geschäftsführer. „Wir sind aber mit der Auftragslage derzeit sehr zufrieden“, betont Erwin Stöhr. So wie jedes andere Unternehmen auch, musste die Geschäftsleitung im vergangenen Jahr schnell reagieren, um Regelungen umzusetzen. Homeoffice für die Mitarbeiter in der Verwaltung ist deshalb inzwischen zum Alltag geworden und auf die Logistiker haben die Regelungen laut Stöhr keine gravierenden Auswirkungen.

Artikel: Schwäbisch Zeitung, Redakteurin Selina Ehrenfeld

https://www.schwaebische.de/landkreis/alb-donau-kreis/rottenacker_artikel,-der-logistiker-stoehr-will-noch-nachhaltiger-werden-_arid,11316343.html?fbclid=IwAR3BsvyviTj_JOlH-EVQcIjvp0RyXipx4qub_lga6UAprBvr9wUw_j-3PNc

LNG-LKW

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